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Ingenieurin der Stadtplanung gegen Leerstände aktiv
Horn-Bad Meinberg (cp). Der demographische Wandel hat vielfältige Folgen, eine besonders offensichtliche sind Leerstände in Städten und Gemeinden. Betroffen ist insbesondere der ländliche Raum, auch die Stadt Horn-Bad Meinberg hat mit diesem Problem zu kämpfen. Besonders deutlich wird dies in der Horner Innenstadt – Leerstände prägen hier das Ortsbild. Im Rahmen der CDU-Stadtgespräche hat Stadtplanerin Friederike Lülff jetzt das Projekt »Leerstandsmanagement Lippe« vorgestellt. Rund 40 interessierte Bürger lauschten dem Vortrag der Leerstandmanagerin, stellten Fragen und brachten ihre Ideen ein.
Im Auftrag acht lippischer Kommunen, darunter Horn-Bad Meinberg und Schlangen, und des Kreis Lippes kämpft Lülff gegen die Verödung von Gebäuden, um gewachsene Ortskerne lebendig zu halten und eine Zersiedelung zu verhindern. Im Kern geht es vorerst um die Erfassung und Vermittlung leerstehender Ladenlokale, Wohnhäuser oder Gewerbeimmobilien. Langfristiges Ziel ist die Aufstellung eines stichhaltigen Leerstandkonzeptes für den Kreis – ein bislang einmaliges Projekt in Deutschland.
Lülff erklärt: In Ostlippe werde bis 2030 ein Bevölkerungsverlust von etwa 12 Prozent erwartet, insbesondere in der Generation der klassischen »Häuslebauer«. Folge dieses bereits laufenden demographischen Wandels seien Leerstände. Einzelne Leerstände bildeten aber nur der Anfang einer Kettenreaktion, die schließlich zur Schädigung der Infrastruktur und zur Schrumpfung der Ortskerne führe. Lösung sei nicht allein die Werbung neuer Interessenten für vakante Gebäude, auch Neu- oder Umnutzungen und sogar der Rückbau (Abriss) seien denkbar. Weil der Siedlungsbedarf Ader Kommunen sinkt, müsse nun ein gesteuerter Schrumpfungsprozess eingeleitet werden.
Zunächst erfasst die Planerin aber die leerstehende Gebäude in einer Datenbank. Sowohl für Kaufinteressenten als auch für Eigentümer ist dieses Angebot kostenlos. Erste kleine Erfolge kann Lülff bereits vermelden: Von 73 eingestellten Gebäuden wurden schon 7 vermittelt. Auch zehn Immobilien aus Horn-Bad Meinberg finden sich in der Datenbank, zwei konnten bereits veräußert werden. Im nächsten Schritt erstellt die Planerin Handlungskonzepte für die beteiligten Kommunen, für zwei Beispielkommunen vielleicht noch in diesem Jahr. »Die Wahrscheinlichkeit, dass Horn darunter ist, ist groß«, so Lülff.
Sie wünscht sich für den Erfolg des Projektes nicht nur eine gute Kooperation mit Politik und Verwaltung, sondern auch eine bessere Beteiligung der Immobilieneigentümer. Angesichts der vielen Leerstände allein in der Horner Innenstadt lasse diese noch zu wünschen übrig.
vom 09.04.2011 Lippe Aktuell
https://www.lippe-aktuell.de/content/artikel.php?a=159314
Zudem erschien betreffend das Stadtgespräch:
Stadtanzeiger Horn- Bad Meinberg vom 01.04.2011
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